Wie eine Rose unter Dornen

Sonntag, 26. September 2010
 
17:00 Uhr, St.-Wolfgangs-Kirche Reutlingen

Das Hohelied der Liebe in Vertonungen aus Renaissance
und Frühbarock

Das Peñalosa-Ensemble | Capella Cæsarea

16.15 Uhr: St.-Wolfgangs-Kirche Reutlingen

Einführungsvortrag
 

D. Ann-Katrin Zimmermann

 

Kunst als „Gefäß“ für die Liebe — Worte, Reime, artifizelle Gedichtformen; Töne, Melodien und nicht weniger kunstvoll gestaltete musikalische Strukturen: Sprache und Musik haben schon früh zueinander gefunden, wenn Menschen ihre Gefühle in einer adäquaten Gestalt auszudrücken bestrebt waren.

Eine der berühmtesten Sammlungen von Liebesgedichten ist das das dem jüdischen König Salomo zugeschriebene "Hohelied". Dreißig Gedichte — sprachlich ebenso formvollendet wie hoch erotisch — sind hier zu einem Dialog zwischen Frau und Mann zusammengestellt, ja: komponiert: Ihre Gedanken eröffnen und beschließen den Zyklus und rahmen seine Empfindungen ein.

Unter verschiedenen Gesichtspunkten haben Denker des Altertums diese Sammlung auch in einen religiösen Kontext gestellt: Gott als Mann, Israel als seine auserwählte Schönheit. Doch auch im Christentum fand jene besondere Liebeslyrik Einzug: Die einzelne Seele steht bei Origines im Vordergrund, während Hippolyt den Dialog zwischen dem Bräutigam Christus und der Braut Kirche thematisiert. Ambrosius von Mailand schließlich schuf mit seinem Bezug zur Jungfrau Maria einen für die mit der deutschen Mystik beginnenden und bis heute ungebrochenen Volksfrömmigkeit bedeutenden Bezug: ein Spannungsfeld zwischen religiöser Verehrung und körperlicher Liebe.

Von der unfassbaren Vielfalt an Vertonungen jener Gedichte präsentieren das Peñalosa-Ensemble und die Capella Cæsarea im Konzert am Sonntag-Nachmittag eine Auswahl von Solo-Motetten, Vokalwerken mit und ohne Begleitung und rein instrumentalen Werken von Antoine Brumel, Giovanni Paolo Cima, Francisco Guerrero, Claudio Monteverdi, Ivan Moody, Rivafrecha, Johann Hermann Schein, Andreas de Silva und weiteren Meistern jener großen Epochen.

 

Mitwirkende:

Peñalosa-Ensemble: Susan Eitrich (Sopran), Sebastian Mory (Altus), Jörg Deutschewitz (Tenor) und Pierre Funck (Bass)

Capella Cæsarea: Andreas Pilger (Violine), Hans-Jakob Bollinger (Zink), Peter Stelzl (Posaune), Jennifer Harris (Dulzian), Andrea Baur (Laute) und Evelyn Laib (Orgel).

 

Capella Cæsarea: Sechs Musikerinnen und Musiker, die ihre Studien der historischen Aufführungspraxis in Basel, Trossingen und Würzburg absolviert haben, gründeten im Jahr 2002 die Capella Cæesarea. Als versierte, stilbewusste Interpreten der Musik bis ca. 1800, die die Capella auf den der jeweiligen Epoche nach historischem Vorbild nachgebauten Instrumenten spielt, haben sich die Mitglieder des Instrumentalensembles fest im Konzertleben etabliert. Zeugnis davon gibt die regelmäßige Mitwirkung bei Konzert-Tourneen und CD-Produktionen international renommierter Ensembles wie dem Freiburger Barockorchester oder den Ensembles Concerto Köln, Musica Fiata und Concerto Palatino.

 

Kartenpreise an der Abendkasse (1)

Eintrittspreis

   

regulär (2)

   

20,—  /

15,—  /

10,— €

 

 

ermäßigt (2) (3)

 

15,—  /

10,—  /

5,— €

Eintritt frei

 

mit Festival-Karte (4)

 

 

 

 

Hinweis:

(1)

Die Abendkasse öffnet 45 Minuten vor Beginn der Konzerte bzw. der Einführungsvorträge.

(2):

Preisstaffelung je nach Platzkategorie.

(3):

Ermäßigung für Schüler(-innen) und Studierende mit aktuell gültigem Schul- bzw. Studienausweis.

(4):

Festival-Karten berechtigen zum Eintritt in sämtliche Veranstaltungen des
Reutlinger Renaissance-Festivals 2010.

 

Vorverkauf

Tourist-Information:

   

Marktplatz 2
72764 Reutlingen
Tel. 07121 / 93 93 53 53

Reservix:

 

http://www.reservix.de